PSYCHOTHERAPIE

 

 

2000 begann ich die 10-jährige Ausbildung zum psycho-dynamisch und körper-orientiert arbeitenden Psychotherapeuten. 2010 absolvierte ich die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Seitdem leite ich mit Charlotte Wachsmuth und Bettina Alberti Psychotherapie-Gruppen und arbeite mit einzelnen Klienten oder Paaren.

In meiner Arbeit als Therapeut sehe ich mich als Begleiter durch schwierige Lebensprozesse. Sehr oft stehen zu Beginn schmerzhafte Erfahrungen von Trennung, Verlust, Rückfall, Retraumatisierung, Krankheit oder Mißerfolg im Beruflichen wie im Sozialen. Auch Herausforderungen im Zuge einer neuen Aufgabe, eines Arbeits- oder Wohnortswechsels, einer neuen Beziehung, angesichts einer bevorstehenden Hochzeit oder der Geburt des eigenen Kindes können, neben der Freude und der Lust, Verunsicherung auslösen und aktive Transformation erfordern. Zum Beispiel kann es für ein Elternpaar den Schritt bedeuten, in ein Elternstatus einzutreten und dafür zu sorgen, dass der Paarstatus erhalten wird.

Der anstehende Wachstumsschritt – ober anders gesagt: die nächste Bewusstseinsstufe – wird oft erst in solchen Situation sichtbar. Es entstehen neue Fragen, die neue Antworten brauchen. Auch wollen diese Fragen solange ausgehalten und gestellt werden, bis sich aus dem Innersten eine Antwort heraus kristallisiert.

 

Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen,und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken,

eines fremden Tages in die Antworten hinein.

R M R

 

Dann braucht diese neue Antwort auch noch den Mut, etwas Altes als Altes zu erkennen, es hinter sich zu lassen und sich auf den gegenwärtigen Moment zu besinnen. „Was will jetzt gelebt werden ? Wofür brenne ich ?“ Gelingt das, kann es wie eine zweite Geburt erfahren werden, wie die Ankunft in das wirklich eigene Leben. Erfahren wird eine Stärkung des Selbstvertrauens, der eigenen Gestaltungskraft und Wirksamkeit, eine Klärung der Selbstwahrnehmung und die Annahme von Selbstverantwortung – worin das Wort ‚Antwort‘ eingebettet ist. Die Intelligenz des Lebens, wie es sich gerade hier und jetzt zeigen will, erfährt Wertgeschätzung. Ein tieferes Verständnis für die eigene Lebensgeschichte und die der Herkunftsfamilie, für die Geschichte unserer Gesellschaft und die Eigenart unserer Kultur und Religion erweitert das eigene Mitgefühl für andere Menschen

Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht nicht die Diagnose oder die Störung, sondern die eigene Sehn-Suche, die Vision, die Beschreibung von Lebenssinn. Dafür brauchen wir Menschen Unterstützung von aussen.

 

WAS IST HEILUNG ?

 

Heil-Werden im Sinne von Ganz-Werden beinhaltet im Intrapsychischen die Integration aller Persönlichkeit-Anteile, der bewussten, unbewussten und kollektiven. Dazu gehören das Verständnis für die einstmals notwendigen Überlebens-Strategien und das differenzieren zu können: „Was gehört wirklich zu mir, was ist angelernt ? Was war mal notwendig und wie ist es heute ?“

Sehr oft führt die innere Arbeit zu einer neuen Großzügigkeit im sozialen Umgang, zu mehr Selbstbewusstsein und zu Erfahrungen der eigenen Gestaltungskraft und der Selbstwirksamkeit. Heilung findet nicht nur bei sich statt, sondern auch in der Interaktion mit den Mitmenschen, der Familie, der PartnerIn, schließlich im Umgang mit der Natur und darüber hinaus mit der Natur des Geistes. Dort setzt zum Beispiel die Meditation an.

Im Rahmen der Konferenz- und Meditationsreise nach Thailand 2016, die Charlotte Wachsmuth initiiert hat und bei der 40 Gäste aus Deutschland teilnahmen, haben wir uns im Team und während der Konferenz diesem Thema angenommen. Auf der Homepage  4 DIMENSIONEN DES HEILENS finden Sie lesenswertes Material. Die Reise ist von Kameraleuten begleitet worden, ein Dokumentarfilm kann auf Anfrage gerne ausgeliehen werden.

 

WEGE DER PSYCHOTHERAPIE:

 

ÜBER DEN KÖRPER

Durch ihn und seine 5 Sinne erfahren wir uns in unserer Umwelt, als Teil der Natur und der Gesellschaft. Lange bevor wir es begrifflich fassen können, speichern unsere Körperzellen Erfahrungen von Kälte und Wärme, Spannung und Entspannung, Stress und Wohlgefühl, von Gewollt-Sein oder Ungewollt-Sein. Darum ist der therapeutische Zugang zum Körper in Form von gefühlter Selbstwahrnehmung (Atmung, Herzschlag, biochemische Prozesse, sympathisches und para-sympathisches Nervensystem, Blockaden, Haltung, Bewegung), behutsamer Berührung (Handauflegen, Halten, sich Anlehnen) und Fürsorge ein Königsweg der Heilung.

MIT DEM GEIST

Das Benennen und Begreifen von Gefühlen, inneren Prozessen und Bildern ermöglicht den Zugang zu tieferen Schichten des Bewusstseins. Die Fähigkeit zur freien Assoziation als ureigene, kreative Fähigkeit des Ausdrucks und der Wegfindung ist von zentraler Bedeutung. Zudem ist die Schulung des Geistes, zum Beispiel über Meditation, ein Weg zu mehr Empathie, Mitgefühl und Gelassenheit.

 

WIE und WOMIT ARBEITE ICH ?

 

  • psychodynamisch und körperbezogen
  • ressourcen-orientiert und humanistisch, integral und holistisch. Das kleine Wörtchen UND spielt eine Hauptrolle
  • prozessbegleitend (Krisen, Burnout, Schwellensituationen, Trennung, belastende Diagnose, Trauer)
  • Trauma-Therapie
  • Gespräche mit tiefenpsychologischem Ansatz
  • Einbeziehung des Körpers als Wahrnehmungsinstrument, als Brücke und Wahrheits-Instanz im Hier und Jetzt
  • Pränatale Psychologie
  • Systemische Arbeit (Aufstellungen)
  • Kreativität und Schöpferkraft
  • Arbeit mit kreativen Medien (Musik, Kunst, Schreiben, Bewegung, Tanz)
  • Bildung des gesunden, im großen Ganzen eingebunden Egos
  • Transpersonale Psychotherapie: über das gesunde Ego zum Wohle des Ganzen
  • Konfliktberatung, gewaltfreie Kommunikation, Mediation
  • Beziehungsarbeit, Autonomie und Bindung
  • Meditation
  • Traumarbeit
  • Aufgaben des Mann-werdens und Mann-seins (selbstbild, verantwortung, präsenz), Initiation
  • Arbeit mit Archetypen
  • Arbeit mit dem inneren Kind und den inneren Eltern
  • Arbeit mit dem inneren Team
  • Der Ruf der Seele
  • Innere Balance und äussere Ausgeglichenheit im Dialog
  • Authentizität
  • Phantasiereisen
  • Sucht-Themen

 

 

GRUPPEN-THERAPIE

 

 

Seit 2010 leite ich mit Bettina Alberti und Charlotte Wachsmuth von der PraxisGemeinschaft Meesenring in Lübeck eine sich jährlich erneuernde Therapiegruppe mit  12-15 Teilnehmern. Die Klienten können auch in Einzelsitzungen begleitet werden. In der Gruppe arbeiten wir weniger themen-zentriert als psycho-dynamisch, das heißt mit dem unmittelbaren Feld des Kontaktes, der Begegnung und der Beziehungs-Gestaltung. Ein konstantes Thema wäre dann „Beziehung“ mit all ihren Facetten. Wir legen Wert auf das Entstehen von Gemeinschaft als einem stetig wachsenden Organismus mit Regeln, die der Prozess erfordert und von der Gruppe erarbeitet werden. So bleiben wir dicht am Leben dran, wie es sich gerade zeigen will. Weitere Gedanken zur Gruppenarbeit lesen Sie in unserem Flyer, den Sie hier finden können.

Ich richte gerne den Fokus auf die Wertschätzung des Moments und die Entwicklung, Wahrnehmung und Bewahrung des zwischenmenschlichen Raumes, den man auch als Binnenraum bezeichnen kann, als Raum zwischen Impuls und Ausdruck, zwischen Denken/Fühlen und Handeln. Dazu, wiederum von Rilke, ein sprachliches Bild:

 

Das Bewusstsein vorausgesetzt, dass auch zwischen den nächsten Menschen unendliche Fernen bestehen bleiben,

kann ihnen ein wundervolles Nebeneinanderwohnen erwachsen,

wenn es ihnen gelingt, die Weite zwischen sich zu lieben,

die ihnen die Möglichkeit gibt,

einander in ganzer Gestalt und vor einem großen Himmel zu sehen.

RMR

 

KREATIVE MEDIEN

 

 

Kreative Medien sprechen unsere rechte kreative Gehirnhälfte an und fügen dem logisch-rationalen, kausalen und begrifflichem Denken eine neue Dimension hinzu. Unabhängig von der eigenen Definition von Kunst und den eigenen Ansprüchen, sind kreative Medien unmittelbarer Ausdruck, von dem was ist.

KUNST (Malen, Zeichnen, Arbeit mit Ton, Kollagen)

MUSIK (Hören, Spielen, Singen, freie Improvisation)

BEWEGUNG (der Körper im Raum, der Körper in Bewegung, Haltung, Tanz)

Mit Rücksicht auf den Berufszweig der Musiktherapeuten möchte ich klarstellen, dass die Kombination von Musik und Psychotherapie nicht gleich Musiktherapie ist. MusiktherapeutInnen durchlaufen eine 3-jährige Ausbildung und sind klinisch geschulte Fachkräfte. Aus meiner Erfahrung mit musikalischer Gruppenimprovisation und prozess-begleitender Performance ziehe ich die künstlerischen Medien zur Veranschaulichung innerer Prozesse hinzu.

 

PSYCHO-EDUKATION IN SCHULEN

( für SchülerInnen ab der 8. Klasse)

 

 

Im Gespräch mit meinen Klavierschülern erlebe ich, wie Schule neben der körperlichen Entwicklung und Stärkung vor allem die kognitive, linkshirnige Ebene anspricht. Das wissenschaftlich Erwiesene und mit ihr die Logik und Rationalisierung sind hoch angesehen, Unterrichtsínhalte erheben den Anspruch von Objektivität.

Dabei bewegt die jungen Menschen auch das Subjektive, das Aufkommen von Gefühlen und Emotionen, die zunehmende Herausforderung von sozialen Kontakten, sowohl gleich- als auch gegengeschlechtlichen und die Zugehörigkeit zu einer Peer-Group. Wenn das Innenleben sich aufdrängt, wird es vielen sehr unheimlich. Die Flucht in die Pose oder der sozial-emotionale Rückzug sind nicht selten Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit. Dass dieses Innenleben bis zu einem gewissen Grade erklärbar und verstehbar ist, verdanken wir den Bereichen der Psychologie, der Psychotherapie und nicht zuletzt der Gehirnforschung. Junge Menschen in diese Bereiche einzuweihen ist Ziel der Psychoedukation.

 

THEMEN für die PSYCHO-EDUKATION

 

  • Zugehörigkeit, Mobbing, Mainstream, Zivilcourage
  • Beziehung, Partnerschaft, Kameradschaft
  • Pubertät, das Verhältnis zu den Eltern, der Familie
  • Mann-Werdung, Frau-Werdung
  • Liebe
  • Gewaltfreie Kommunkiation, Mediation
  • Gruppendynamik
  • Systemisches Denken
  • Umgang mit Gefühlen und Emotionen
  • Körperwahrnehmung
  • Burnout, Umgang mit Stress, mit den eigenen und fremden Ansprüchen
  • Sucht als Ausweg
  • Wie geht Lernen
  • Gestaltungskraft und Selbstwirksamkeit im Unterricht
  • Konzentration und Meditation
  • Die Balance von Geist und Körper

 

 

MÄNNERARBEIT

 

 

Bis zu meiner Initiation 2010 unter der Leitung von RICHARD ROHR war mir das Thema Männer nicht sonderlich wichtig. Erst dann, in der Natur, in Germeinschaft mit über 60 Männern, habe ich durch die Arbeitsgruppen und Rituale die tiefen Verletzungen und Unsicherheiten von Männern hautnah erfahren, aber auch  die Kraft, die daraus entstehen kann. Seitdem ist es ein Anliegen, im therapeutischen wie auch im pädagogischen Kontext der Frage nachzugehen: „Was ist verbundenes, was ist heilsames Mann-Sein ?“

Dazu gehören die Erforschung der eigenen Geschichte wie die des patriarchalischen Kollektivs, die gesunde Abnabelung des Mannes von den Elternfiguren, die Entdeckung und Stärkung des inneren Vaters, die Annahme der weiblichen Anteile, das Vernehmen des Rufes der Seele, und, nicht zuletzt, das Gefühl von Verantwortung für all das Leid, das im Zuge der patriarchalischen Unterwerfung der Erde, anderer Länder und Völker und, nicht zuletzt, der Frau, zugefügt wurde. Oft ist es ein weiter Weg für den Mann, vom Fühlen ins Mitteilen zu kommen, von der Pose in die Authentizität, anderen Männern zu vertrauen und sich vom fragmentierten Blick auf die Frauen frei zu machen.

 

 

GEMEINSCHAFTSBILDUNG

 

 

Die 48 Stunden, die wildfremde Menschen, im Kreis sitzend, miteinander verbringen mit keinem anderen Ziel, als das eine Gemeinschaft zu werden, gehören zu den spannendsten Workshops, die ich besucht habe. Scott Peck, der Initiator dieser Arbeit, beschreibt die Gemeinschaftsbildung mit den 4 Stationen Pseudo-Gemeinschaft – Chaos (Vorherrschen der abwehrenden Gefühle) – Leere (Raum für abgewehrte Gefühle) – Gemeinschaft. Der Prozess ist nicht linear und kann auch hin und her schwappen. Mit zunehmender Vertrautheit und dem Mut, sich offen und verletzlich zu zeigen, gelingt es tatsächlich, ein Gefühl der Gemeinschaft und der Integration aller Teilnehmer zu erleben. Ein Training, das u.a. das Ökoforf Sieben Linden anbietet.

 

 

MEDITATION

 

 

Nach anfänglichen Erfahrungen mit dem Zen bin ich durch glückliche Umstände der Vipassana-Meditation begegnet, wie sie zum Beispiel in thailändischen Klöstern gelehrt wird. Vipassana heisst übersetzt „Sehen was ist“ und kann im Sitzen, Gehen und Stehen praktiziert werden. Der anfänglichen Konzentration auf die Atmung folgt die sogenannte Einsichts-Meditation bei gleichzeitiger Öffnung aller Sinne und der Beobachtung des Geschehens, ohne es beurteilen, ohne eingreifen zu wollen. Vipassana ist keine Form von Rückzug von der Welt, im Gegenteil, sie will sich mitten auf dem Marktplatz bewähren, dort wo es turbulent zugeht.

Später entdeckte ich die Früchte des burmesisch-indischen Lehrers S.N. GOENKA, der diese Technik vom religiösen Kontext abkoppelte. Sie wird über 120 Ländern nach demselben Ablauf gelehrt. Dazu gibt es eine Website in deutsch.

Vipassana hat mir Türen geöffnet, zu mehr Gleichmut, zu mehr Konzentration und vor allem zu mehr Mitgefühl.

WORKSHOPS